Dass es so etwas noch gibt!

Diese Worte sagte letztes Jahr ein Handwerker an der Pfarrhaustür zu mir, als er morgens klingelte und ich meinte, ich müsse jetzt aber weg, denn einmal in der Woche wäre von 07:55 Uhr bis 08:10 Uhr eine Morgenandacht in der Grundschule Glarum – für die Kinder, die dabei sein wollen. „Dass es so was noch gibt!“ Es war irgendwie zu spüren, wie sehr der Handwerker darüber staunte, dass es so was überhaupt noch gibt. In einer Welt, die Gott oft genug vergisst. Die meint, der christliche Glaube sei etwas von vorgestern. Viel-leicht wunderte sich der Handwerker auch, dass Schulen so etwas noch möglich machen. Dass Kinder dahin gehen. Dass Kirche dort präsent ist. Zur Zeit sind es Pastor Machtemes, Diakon Klaus Elfert und ich, die diese Andachten begleiten. Am 08. Februar war ich wieder dran. Acht Kinder nahmen teil. Ich hatte meine Handpuppe mitgebracht. Nachdem wir zusammen den neuen Tag begrüßt hatten, holte ich „Pastor Valentino“ aus dem Rucksack und fragte: Was macht so ein Pastor eigentlich? Folgendes wurde geäußert: „beten in der Kirche … auch für die, die schon gestorben sind … taufen … wenn welche heiraten … segnen …“. Ich habe das dann noch ein bisschen ergänzt und anschließend sangen wir – ohne Gitarre und Playback – einfach so dieses Lied: „Wir sind eingeladen zum Leben, unser Gastgeber ist Gott, ja Gott – seine Liebe will er uns geben, ist das nicht ein Angebot. Wir danken Gott und wir klatschen und freuen uns, denn Gott lädt uns ein. Wir sind eingeladen …“. Zum Schluss wurden alle Kinder von Pastor Valentino höchstpersönlich gesegnet! Als ich nach Hause fuhr, dachte ich: „Gut, dass es so was noch gibt!“

Ihr Pfarrer Christoph Felten