Glaskunst

In Accum und Dykhausen nicht, aber in vielen Kirchen sind bunte Fenster, die mit Glaskunst gestaltet sind. Auf ihre Art erzählen sie die großen Taten Gottes. Mal sehen uns Propheten oder Apostel an, mal sind es Stationen des Lebens Jesu oder Symbole des christlichen Glaubens, die uns im Bild nahe

kommen.

Wenn ich eine Kirche von außen sehe, er-scheinen diese Fenster, in einem leblosen Grau in Grau. Sie sind stumm und ohne Aus-sage. Das sehen wir auch auf dem Foto auf Seite 1. Sobald ich aber den Innenraum betrete, glühen sie in allen Farben auf; dann sind sie von Licht erfüllt, ihre Bilder und Formen beleben sich und beginnen zu „sprechen“. Alles, was sie mir mitzuteilen haben, war auch vorher auf ihnen abgebildet, als ich ahnungslos um die Kirche herum-schlich, aber es war noch nicht für mich da. Ich musste erst hineingehen, damit ihre Botschaft mich erreichen konnte.

Das Fensterbild „Sinkender Petrus“ in der Christuskirche auf Borkum ist dafür ein gutes Beispiel. Im Matthäusevangelium heißt es: „Als Petrus aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus

aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn“ (Mt 14,30-31).

Was für Kirchen-Glaskunst gilt, gilt ebenso für den Glauben an Gott. Es lohnt sich, nicht nur von außen zu schauen oder alte Bilder im Kopf zu behalten, sondern Schritte und durch Türen zu gehen, um Gottvertrauen neu zu entdecken. Das ist sogar in den Kirchen von Accum und Dykhausen ohne Glaskunst möglich. – Möge das Jahr 2020 solche Erfahrungen für uns bereithalten …

Ihr Pfarrer Christoph Felten