Angedacht

Als ich dieses Urlaubsfoto vor ein paar Jahren gemacht habe, fiel mir sofort ein Text ein, den ich als Jugendlicher zum ersten Mal gehört habe. „Spuren im Sand“ heißt er. Ich erinnere mich noch gut, wie stark er mich damals angesprochen hat.

Geschrieben hat ihn die kanadische Kinder- und Jugendbuchautorin Margaret Fishback-Powers im Jahr 1964. Sie erzählt darin von einem Menschen, der im Traum mit Gott am Strand spazieren
geht.

Mittlerweile ist dieser Text rund um die Welt bekannt. Manche Menschen finden ihn kitschig; andere spricht er immer wieder neu an – mich auch.

Eines Nachts hatte ich einen Traum: Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.

Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn: „Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein. Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?“

Da antwortete er: „Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

 

Ihr Pfarrer Christoph Felten