Sommer … Sonne … Sommerzeit …

Liebe*r Leser*in,

was Sie in den Händen halten, ist die Sommer-Ausgabe unseres Gemeindebriefes. Wann ist eigentlich Sommer? Für Meteorologen beginnt der Sommer am 01. Juni und endet am 31. August. Folglich sind die Sommermonate Juni, Juli und August. Astronomen definieren den Zeitpunkt des Sommeranfangs genauer, nämlich zur Sommersonnenwende. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne
senkrecht über dem Wendekreis der eigenen Erdhälfte steht und die Tage am längsten sind. Im Jahr 2022 fällt dieser Tag auf den 21. Juni um 11:13 Uhr.

Sommer – das heißt auch: Man stöhnt unter der Hitze oder ärgert sich, weil es regnet. So oder so: Alle reden vom Wetter – und damit auch: von der Sonne! Die Sonne hat etwas – sie hat eine Leuchtkraft, die über das Licht und die Wärme hinausgeht; sie ist mehr: sie ist ein Symbol der Lebenskraft. Die Japaner – im Land der aufgehenden Sonne – haben sie in ihrer Nationalflagge. Und in einigen Religionen wurde die Sonne als Sinnbild für Gott selbst verehrt – etwa bei den Ägyptern, Griechen und Römern.

Glauben an einen Schöpfergott in den  Mittelpunkt, der alles – absolut alles! – erschaffen habe. Auch die Sonne. Im Alten Testament heißt es im 1. Buch Mose, Kapitel 1: „Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde und den
Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war.“ – Verehrt oder angebetet wird die Sonne im jüdischen oder christlichen Glauben also nicht. Gleichwohl scheint sie in die Sprache der Bibel und in Lieder hinein.

In Psalm 50 steht: Gott, der Herr, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. In Psalm 113 betet jemand: Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn!

Als Jesus in der Bergpredigt über Feindesliebe spricht, sagt er: Gott lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Und in einem Lied von Matthias Claudius heißt es: Er lässt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf; er lässt die Winde wehen und tut den Himmel auf. Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine
sonnige Sommerzeit

Ihr Pfarrer Christoph Felten